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Gebäudereinigung Putzdienst

Unterhaltsreinigung für Büro - Geschäft – Haushalt - Immobilienendreinigung

Zwischenreinigung – regelmäßige, gezielte Säuberung zwischen Produktions‑ oder Arbeitsschritten

 

1. Was ist eine Zwischenreinigung?

Eine Zwischenreinigung (auch interne Reinigung oder Zwischen‑Reinigungs‑Intervall genannt) ist der kontrollierte Reinigungs‑ und Desinfektions‑Durchlauf, der nach jedem definierten Produktions‑, Prozess‑ oder Fertigungsschritt durchgeführt wird. Ziel ist, Rückstände, Staub, Schmutz, Mikro‑ und Makro‑Verunreinigungen zu entfernen, bevor der nächste Arbeitsschritt beginnt. Dadurch werden Produktqualität, Anlagensicherheit und Arbeitsschutz verbessert und das Risiko von Kontaminationen, Fehlproduktionen und Ausfällen minimiert.

 

2. Warum ist die Zwischenreinigung unverzichtbar?

Grund
Konsequenz ohne Zwischenreinigung
Produktqualität
Staub‑ oder Fett‑Rückstände führen zu Fehlern, Ausschuss und Nacharbeit.
Hygiene & Food‑Safety
Kreuz‑Kontamination (z. B. Allergene) in Lebensmittel‑ und Pharma‑Bereichen.
Maschinensicherheit
Ablagerungen erhöhen Verschleiß, führen zu Störungen (z. B. Verstopfung von Ventilen).
Arbeitsschutz
Rutschgefahr, ergonomische Belastungen, Gesundheitsrisiken durch Chemikalien.
Umweltschutz
Reduzierte Menge an Abwasser und Abfall durch gezielte, kleinere Reinigungszyklen.
Compliance
Erfüllung von Normen (GMP, ISO 9001, HACCP, FDA‑GMP, DIN EN ISO 14644).

3. Typische Einsatzbereiche

Branche
Beispiele für Zwischenreinigung
Lebensmittel‑ und Getränkeproduktion
Reinigung von Förderbändern, Sieben, Abfüllanlagen zwischen Losen.
Pharma‑ und Kosmetikindustrie
Sterile Oberflächen, Kontaminations‑freie Räume, Wechsel von Formulierungen.
Automobil‑ und Maschinenbau
Reinigung von Montage‑Stationen, Werkzeugen, Guss‑ und Lackierbahnen.
Elektronik‑fertigung
Reinraumbereiche, Leiterplatten‑Handhabung, Entstaubung von Assemblys.
Chemische Produktion
Rückspülen von Reactor‑ und Mischbehältern zwischen Chargen.
Logistik & Lager
Paletten, Förderanlagen, Gabelstapler nach Umladungen.
Bau‑ und Handwerksbetriebe
Werkzeug‑ und Geräte‑Säuberung zwischen Baustellenaufgaben.

4. Ablauf einer effizienten Zwischenreinigung

Schritt
Tätigkeit
Wichtige Details
1. Vorbereitung
Prüfen von SOP, Arbeitsplatz sichern, notwendige Mittel bereitlegen.
PSA (Handschuhe, Schutzbrille), Absperrungen, ggf. Luftabsaugung.
2. Grobreinigung
Entfernen von grobem Staub, Rest‑Material, lose Partikel.
Bürsten, Handfeger, Staubsauger (HEPA‑Filter).
3. Vor‑Desinfektion
Auftragen eines pH‑neutralen Tensids oder Enzym‑Reinigers – 1‑3 min Einwirkzeit.
Verhindert Haftung, löst organische Rückstände.
4. Haupt‑Desinfektion
Anwendung des Desinfektionsmittels (z. B. Quats 0,1 % oder 70 % Alkohol) – Einwirkzeit laut Hersteller (meist 1‑5 min).
Keine Abspül‑Phase, wenn das Mittel keine Rückstände hinterlässt.
5. Spülen / Abtrocknen
Bei wasserbasierten Mitteln klar abspülen, anschließend mit fusselfreiem Tuch trocknen oder Lufttrocknung.
Vermeidet geschmierte Oberflächen.
6. Kontrolle
Visuelle Inspektion, ggf. ATP‑Messung, Dokumentation der Messwerte.
Soll‑Grenzwerte einhalten (z. B. < 200 RLU).
7. Rückmeldung
Protokoll im CMMS/EAM, Meldung von Abweichungen, ggf. Anpassung von SOP.
Transparenz für Audits.

5. Checkliste für die Zwischenreinigung (Beispiel für ein Fertigungsband)

Prüfpunkt
Häufigkeit
Soll‑Wert / Anmerkung
Arbeitsplatz‑Absperrung
Vor jedem Start
Beschriftete Absperrungen, Warnschilder.
Einsatz von PSA
Jeder Reinigungsvorgang
Handschuhe, Augenschutz, ggf. Atemschutz.
Reinigungs‑Mittellösungs‑Konzentration
Vor jeder Anwendung
Gemäß Hersteller‑Datenblatt (z. B. 0,5 % Tensid).
Einwirkzeit des Vor‑Reinigers
Jeder Vorgang
2‑3 min, je nach Verschmutzung.
Desinfektions‑Mittel‑Auftrag
Nach Vor‑Reinigung
0,1 % Quats – 1‑5 min Einwirkzeit.
Spül‑Wasser‑Qualität
Jede Spülung
pH 7 ± 0,5, keine sichtbaren Partikel.
Trocknungs‑Kontrolle
Nach Spülung
Keine Restfeuchte, keine Tropfen.
End‑Visuell‑Kontrolle
Jeder Vorgang
Keine Sicht‑Verunreinigungen, Oberflächen frei von Rückständen.
Dokumentation
Sofort nach Abschluss
Datum, Uhrzeit, Bediener, Messwerte, Abweichungen.

6. Technische Hilfsmittel & Materialien

Hilfsmittel
Warum sinnvoll
Automatisierte Sprüh‑/Wisch‑Stationen
Einheitliche Dosierung, schnelle Umsetzung, minimale Personalbelastung.
ATP‑Lichtmessgerät
Schnelle, quantitative Kontrolle der Keimbelastung.
UV‑Kameras (Fluoreszenz‑Markierung)
Sichtbare Rückstände nach Reinigung (z. B. Fett‑Spuren).
HEPA‑Staubsauger
Aufnehmen von Feinstaub ohne Rückverbreitung.
Mikro‑Faser‑Tücher
Hohe Schmutzaufnahme, wiederverwendbar, reduziert Abfall.
Sensorgesteuerte Dosierung
Konzentrations‑ und Volumen‑Kontrolle (ISO‑50001‑kompatibel).
CMMS/EAM‑Modul für Reinigungs‑Tasks
Planung, Verfolgung, Reporting, Audits.

7. Wirtschaftliche Bewertung

Kosten‑Faktor
Schätzung (Beispiel: 10 Stationen, 3 Reinigungen/Tag)
Reinigungs‑Mittel (Tensid + Desinfektion)
0,8 €/ Reinigung → 2 400 €/Jahr
Arbeitszeit (1 h/Tag, 2 Mitarbeiter, 220 Tage)
2 × 1 h × 220 h × 35 €/h = 15 400 €
Equipment (Sprüh‑/Wisch‑Stationen, 10 k€ Anschaffung, 10 % Abschreibung)
1 000 €/Jahr
CMMS‑Lizenz
2 500 €/Jahr
Gesamt‑Jahres‑Kosten
≈ 21 300 €

Nutzen: Reduktion von Ausschuss um 8 % (Ersparnis 12 000 €), verbesserte Produktqualität → höhere Kundenzufriedenheit, geringere Rückläufer‑Kosten.


8. Umwelt‑ & Sicherheitsaspekte

Thema
Maßnahmen
Chemikalien‑Management
Verwendung von biologisch abbaubaren Tensiden (EU‑Ecolabel), geringe VOC‑Konzentrationen.
Abwasser‑Entsorgung
Neutral‑pH‑Stoffe, keine chlorhaltigen Substanzen, Rückführung in das Prozess‑Wassersystem (falls zulässig).
Arbeitsschutz
PSA, Unterweisungen nach DGUV‑V3, ergonomische Werkzeuge (verringern Rücken‑/Hand‑Belastungen).
Lärmminderung
Geräuscharme Pumpen/Spender, Schallschutzhauben bei Hochdruckgeräten.
Dokumentation
Nachweis der Einhaltung von HACCP, GMP, ISO 14644‑1 (Reinraumanforderungen).

9. Tipps für eine effektive Zwischenreinigung

Tipp
Nutzen
Standardisierte SOPs erstellen und regelmäßig prüfen.
Konsistenz, schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeiter.
Zeitliche Integration in den Produktionsplan (z. B. „Baugruppe A → Reinigung → Baugruppe B“).
Minimale Unterbrechungen, klare Verantwortlichkeiten.
Schulungen & Refresher‑Kurse (alle 6‑12 Monate).
Vermeidung von Fehlanwendungen und Sicherheitsrisiken.
Mess‑basiertes Monitoring (ATP, Viskosität, pH).
Nachweis der Wirksamkeit, schnelle Abweichungs‑Erkennung.
Kontinuierliche Verbesserung (Kaizen, PDCA).
Optimierung von Mitteln, Intervallen, Ressourcen.
Digitale Checklisten (Mobile App) nutzen.
Echtzeit‑Erfassung, weniger Papier, sofortige Rückmeldung.
Rohstoff‑ und Ersatzteil‑Puffer für Reinigungs‑Konsums‑Material.
Vermeidung von Produktionsstillstand bei Lieferengpässen.
Umwelt‑Audit jährlich durchführen.
Nachhaltigkeits‑Ziele verfolgen, mögliche Einsparpotentiale identifizieren.