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Gebäudereinigung Putzdienst

Unterhaltsreinigung für Büro - Geschäft – Haushalt - Immobilienendreinigung

 

Wet‑Cleaning – schonende, wasserbasierte Reinigung für Textilien, Polster, Teppiche und andere empfindliche Oberflächen

 

1. Was ist Wet‑Cleaning?

Wet‑Cleaning ist ein professionelles Reinigungsverfahren, das ausschließlich mit Wasser, milden Tensiden und speziellen Enzymen arbeitet. Im Gegensatz zu konventioneller chemischer Reinigung (mit Lösungsmitteln) wird das Material nicht in Lösungsmitteln, sondern in einer temperatur‑ und pH‑geregelten Wasser‑ bzw. Dampf‑Umgebung behandelt. Das Ergebnis ist eine gründliche Sauberkeit bei gleichzeitig niedrigem Risiko für Beschädigungen und einer deutlich geringeren Umweltbelastung.

 

2. Anwendungsbereiche

Material / Oberfläche
Typische Anwendung
Besonderheiten
Bekleidung (Wolle, Seide, synthetische Fasern)
Anzüge, Abendkleider, Gardinen
Feine Temperatur‑ und pH‑Kontrolle verhindert Schrumpfen und Verfärben.
Polstermöbel & Sofas
Entfernung von Flecken, Staub und Allergenen
Tiefenreinigung in der Polster‑Tiefe, kein Rückstand von Lösungsmitteln.
Teppiche & Läufer
Staub‑ und Fleckenentfernung, Geruchsbeseitigung
Schaum‑ oder Dampf‑Technik, reduziert Risiko von Schimmelbildung.
Autoinnenräume
Sitze, Dachhimmel, Teppichböden
Schonend für empfindliche Materialien, reduziert Gerüche.
Sport‑ und Arbeitsbekleidung
Funktions‑ und Outdoor‑Textilien
Enzymatisierte Reinigung löst Schweiß‑ und Fett‑Flecken.
Hotels & Hospitality
Bettwäsche, Vorhänge, Tischdecken
Schnelle Aufbereitung, hohe Hygienestandards.

3. Kernkomponenten des Wet‑Cleaning‑Systems

Bauteil
Funktion
Wassertank mit Temperatur‑ und pH‑Regelung
Präzise Einstellung (z. B. 30‑40 °C, pH 5,5‑7) für unterschiedliche Stoffe.
Mildes Tensid‑/Enzym‑Konzentrat
Löst Öle, Proteine, Stärke; biologisch abbaubar, kein Chlor.
Dampferzeuger / Heißdampfdüse
Erhöht die Penetration, beschleunigt Trocknung, reduziert Wasserverbrauch.
Zyklon‑ oder Filtrations‑System
Trennt Schmutz‑ und Wasser‑Phase, verhindert Nachkontamination.
Steuer‑ und Sicherheits‑Interface
Programmiert je nach Material, integriert Sensoren für Temperatur‑ und Drucküberwachung.
Trocknungs‑Modul (Kondensations‑Trockner)
Aufbereitung von Wärme für schnelles, energieeffizientes Trocknen.

4. Ablauf einer typischen Wet‑Cleaning‑Behandlung

  1. Vorinspektion – Material prüfen, Pflegeetiketten lesen, Fleckenart bestimmen.
  2. Vorbehandlung – Spot‑Clean‑Lösung (Enzyme) auf hartnäckige Flecken auftragen, 5‑10 min einwirken lassen.
  3. Einlegen in die Waschanlage – Programm auswählen (Wolle, Seide, Synthetik, Polster).
  4. Waschen – Wasser‑Tensidlösung wird bei kontrollierter Temperatur und Drehzahl durch das Material geführt.
  5. Spülen – Klarspül‑Durchlauf, um Tensidrückstände zu entfernen.
  6. Trocknen – Kondensations‑ oder Lufttrocknung (30‑45 min) – je nach Material.
  7. Endkontrolle – Sichtprüfung, ggf. Nachbehandlung von Restflecken, Qualitäts‑Check.
 

5. Vorteile gegenüber chemischer Reinigung

Vorteil
Erklärung
Umweltfreundlich
Keine chlor‑ oder perchloro‑ethylen‑Lösungen, geringere VOC‑Emissionen, abbaubare Tenside.
Materialschonend
Keine aggressive Wirkung auf Fasern, Farben bleiben erhalten, weniger Schrumpfen.
Kosten‑Effizienz
Geringerer Chemikalienverbrauch, kein kostspieliger Lösungsmittel‑Entsorgungsaufwand.
Hygienisch
Enzyme und Dampf reduzieren Mikroorganismen, keine Rückstände, die Bakterien nähren.
Allergiker‑freundlich
Keine stark riechenden Lösungsmittel, hypoallergene Tenside.
Schnelle Bearbeitungszeit
Moderne Systeme erreichen Trocknungszeiten von 30‑45 min, statt 24 h bei chemischer Reinigung.

6. Auswahlkriterien für ein Wet‑Cleaning‑System

Kriterium
Hinweis
Temperatur‑ und pH‑Bandbreite
20‑45 °C, pH 5‑7 für empfindliche Stoffe.
Durchsatz (kg/h)
30 kg/h für kleine Werkstätten, 150 kg/h für große Wäschereien.
Programm‑Flexibilität
Separate Programme für Wolle, Seide, Synthetik, Polster.
Energie‑Effizienz
Wärmerückgewinnung, Kondensations‑Trockner, IEC‑Standard.
Umwelt‑Zertifizierung
EU‑Ecolabel, REACH‑konforme Tenside.
Wartungs‑ und Service‑Intervall
Filter‑wechsel alle 3 Monate, leicht zugängliche Komponenten.
Kosten‑Nutzungs‑Analyse
Anschaffung vs. erwartete Einsparungen gegenüber chemischer Reinigung.

7. Wirtschaftliche Beispielrechnung (Kleine Boutique‑Wäscherei)

Position
Menge / Jahr
Einheitspreis (EUR)
Jahres‑Kosten (EUR)
Wet‑Cleaning‑Maschine (30 kg/h)
1
12 000
12 000
Tensid‑Konzentrat (5 % Lösung, 200 L)
200 L
8,00 €/L
1 600
Enzym‑Spot‑Treatment (0,5 % Lösung, 100 L)
100 L
12,00 €/L
1 200
Wasser‑&‑Strom‑Verbrauch (kWh)
4 000 kWh
0,28 €/kWh
1 120
Personal (2 Mitarbeiter, 20 h/Woche)
2 × 20 h × 52 w
22 €/h
4 608
Wartung & Service
1 200 €/Jahr
1 200
Gesamtkosten/Jahr
≈ 21 728 EUR

Im Vergleich zur chemischen Reinigung (Kosten ≈ 30 000 EUR/Jahr, inkl. Lösungsmittel‑Entsorgung) ergibt sich eine Ersparnis von rund 27 % und ein deutlich geringerer ökologischer Fußabdruck.


8. Umwelt‑ und Sicherheitsaspekte

Aspekt
Maßnahme
Wassernutzung
Wiederaufbereitung des Spül‑Wassers (Filtration, UV‑Desinfektion) für Wiederverwendung im Prozess.
Chemikalien
Verwendung von REACH‑konformen, biologisch abbaubaren Tensiden und Enzymen (EU‑Ecolabel).
Abwasser
Neutral‑pH‑Wasser, keine schädlichen Rückstände, zulässig für Kanalisation.
Betriebssicherheit
Temperatur‑ und Druck‑Sensoren, Not‑Stop‑Schalter, Schulung des Personals im Umgang mit heißen Dampf.
Geruchs‑Management
Mild riechende Tenside, optional Duft‑Additive (hypoallergen).
Mitarbeiterschutz
Schutzbrille, Handschuhe, geeignete Arbeitskleidung; gute Belüftung des Arbeitsraums.

9. Tipps für optimale Ergebnisse

Tipp
Warum
Farbe‑ und Materialtest
Vor jeder Charge ein kleines Teststück reinigen, um mögliche Farbveränderungen zu vermeiden.
Richtige Dosierung
Zu viel Tensid führt zu Rückständen, zu wenig reduziert die Reinigungswirkung.
Temperatur‑Kontrolle
Für Wolle ≤ 40 °C, für Seide ≤ 30 °C – verhindert Schrumpfen.
Schnelles Trocknen
Nach dem Waschgang sofort in den Trockner, um Wasserflecken zu vermeiden.
Regelmäßige Wartung
Filter reinigen, Dampf‑Düse entkalken – sichert gleichbleibende Leistung.
Aufbewahrung von Tensiden
Kühl und verschlossen, um Verfall der Enzyme zu verhindern.